Umgang und Pflege des sterben den psychisch Alterskranken
Grundsätze:
-alte psychisch erkrankte Menschen erspüren ihren Tod
-der Persönlichkeitskern bleibt bestehen
-sind geprägt durch Hilflosigkeit und extreme Abhängigkeit an ihr soziales Umfeld
-verspüren ein besonderes Bedürfnis nach Geborgenheit, Sicherheit, Kommunikation
und wollen angenommen werden
-auf eine intuitive Situationserfassung (die Situation per Einfühlung erfassen) und
Situationsempfindung zeigen sie bestimmte Reaktionsmuster; es muss eine gute
Bezugspflege und Vertrauensbasis geschaffen werden.
-Sterbende Demente sind zumeist unruhig, denn sie wollen "noch etwas regeln". Die
Unruhe zeigt sich durch Tachykardie, innerliche Unruhe, häufiges Klingeln und
Angstzustände. Die Angstzustände erkennt man an der blassen Haut, hin-und her
bewegen der Hände und an der Augenbewegung. In diesen Fällen sollten schnellstens
die Angehörigen informiert werden, denn der Sterbende will noch etwas "regeln"
-oft erkennt man eine "geistige Klarheit" bis kurz vor dem Tod
-generell sollte dafür gesorgt werden, dass jemand beim Sterbenden vor Ort ist
-auf das Erleben und Erfassen von religiösen Zeremonien sollte Rücksicht genommen
werden; z.B. der Pastor gibt die letzte Ölung beim Katholiken
Pflee:e2rundsätze bei Sterbenden
-grundsätzlich ist auf Blickkontakt zum Sterbenden, Körperhaltung, Tonfall und
gezielte Berührungen zu achten
-besondere Vorsicht ist beim Waschen geboten, denn die Sensibilität ist stark erhöht
-keinen Streit vor dem Sterbenden, denn sie spüren den Unfrieden
-biografisch positive Musik leise im Hintergrund spielen lassen
-Duftlampe einsetzen
-dass Licht soll nicht zu grell, sondern abgedämpft sein
-Möglichkeit einen Luftbefeuchter bei Mundtrockenheit einzusetzen
-Es sollte ein guter Geschmack im Mund vorhanden sein. Gute Mundpflege (Mund
anfeuchten und saugen lassen), kleine Häppchen anbieten, denn der Körper stellt sich
auf den Tod ein und die Körperfunktionen werden heruntergefahren
-Ess-und Trinkverweigerung sollte respektiert werden. Die mit der Exsikkose
einhergehende Elektrolytverschiebung bewirkt, dass eine Schmerzstillung erreicht
werden kann (Flüssigkeitsmangel setzen Endomorphine frei, diese bewirken
schmerzstillend wie Opiate). Zu dem werden durch die Austrocknung die perifokalen
Ödeme von Tumoren oder minderdurchbluteten Arealen verringert und auf diese
Weise Druckerscheinungen (auch Hirndruck) entgegengewirkt. Der Sterbende fühlt
sich somit wohler
Grundsätze für eine gutgelingende Sterbebegleitung
Sterbende sind auf Hilfe und Verständnis angewiesen. Sehr wichtig ist eine positive und
aktive Haltung zum Sterbenden.
-der Sterbende lebt in der Milieutherapie nach seinen eigenen Rhythmus
-Sterbende wollen nicht mehr so stark aktiviert werden; Schlaf-und Wachrhythmus ist
gestört. Sie wollen ihren Bewegungsdrang ausleben und haben das Recht ihre eigene
Welt zu erleben
-der Tod gehört zum Leben dazu
-im Heim erfolgt ein offener Umgang mit dem Tod
-öffentliche Aushänge über den Verstorbenen
-gemeinsame Rituale, wie Singen, Beten
-Teilnahme an der Leichenaufbahrung und Abschied nehmen
-der Verstorbene wird sichtbar über den Hauseingang hinausgetragen
Pflegeansätze
Palliativpflege:
-Schmerzlinderung, keine Schmerzen leiden
-letzte Dinge regeln
-Entscheiden der Sterbeform
-Angehörige mit einbinden
-Basale Stimulation
-den Sterbenden vorsichtig anfassen und drehen, denn Berührung bedeutet zum Teil Schmerz
-die Hautzellen leiten bis zu zwanzig Minuten nach dem Tod noch Signale ans Hirn,
denn die Hirnzellen arbeiten weiter (dem Sterbenden völlige Ruhe gönnen und keine
Streitgespräche der Angehörigen zulassen)
-Anwenden von Validation und biografische Milieupflege
-den Sterbenden durch vertraute Gerüche und Geräusche vitalisieren und reaktivieren
-die Pflegeperson bestimmt die Gefühlshaltung und Kontaktqualität
Kommunikation als begleitender Prozess
-die Bewältigungsstrategien des Sterbenden sind zu berücksichtigen und zu unterstützen
-auf das Tempo des Sterbenden eingehen
-Sterbender bestimmt die Beziehung
-Dosierte Nähe bei Ängsten
-Langsam gesprochene, kurz wiederholende Sätze sprechen
-Tonfall, Berührung, Nähe, Distanz und Akzeptanz ständig überprüfen
-die Eindeutigkeit der Mimik, Gestik berücksichtigen
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